Wasserversorgung des Pferdes

Wussten Sie eigentlich, dass ein Pferd zwischen 30 und 60 Liter Wasser am Tag zu sich nimmt?

Der Sommer bringt viele unvergessliche Momente mit sich & das Leben findet überwiegend draußen statt! Erlebnisreiche Ausritte, Turniere aller Disziplinen und viel Zeit im Stall – Pferdeliebhaber genießen diese Zeit.

Die heißen Temperaturen und lauen Nächte verursachen großen Durst. Gerade im Sommer ist die Bedeutung des Wassers für Pferd und Reiter besonders groß.

Beinahe einen Monat kann ein Pferd ohne Nahrung leben, doch ohne Wasser zeigt es bereits nach 48 Stunden deutliche Anzeichen einer Unterversorgung – Kolikanzeichen, Lethargiezustände mit lebensbedrohlichen Folgeerscheinungen.

Wasserbild Sommer2016 klein

H2O - Worauf ist bei der Wasserversorgung eines Pferdes zu achten:

  1. Der durchschnittliche Wasserbedarf von 30-60 Litern muss jederzeit gewährleistet sein unabhängig davon, ob das Pferd in der Box oder auf der Weide lebt. Die weniger kontrollierbare Wasseraufnahme von Weidepferden kann mit Hilfe des Zahnfleisch- Tests, sowie des Hautelastizitäts-Test überprüft werden. Das Zahnfleisch sollte feucht glänzen und beim Anheben einer Hautfalte im Hals- oder Schulterbereich, sollte die Haut schnell in ihre Ursprungsform zurückgehen (Huntington).
  2. Weidepferde nehmen Feuchtigkeit durch das Grasen auf
    Frische, satte Weiden enthalten 60-80% Feuchtigkeit, wodurch eine erhebliche Menge Wasser direkt mit der Futteraufnahme in den Pferdekörper gelangt. Dagegen enthalten Getreiderationen und Heu deutlich weniger Feuchtigkeit – Pferde müssen mehr trinken, um ihren Wasserbedarf zu decken. Ebenso ist bei Weidepferden die Rangordnung zu beachten – auch an der Wasserstelle können Rangschwächere verdrängt werden – hier gilt es zu beobachten und zu handeln (2. Wassertrog).
  3. Wetter und Bewegung
    Üblicherweise benötigen Pferde über die heißen, feuchten Sommermonate mehr Wasser. Tatsächlich jedoch trinken einige Pferde über die Wintermonate durchschnittlich mehr, als im Sommer – das Futter beinhaltet dann in der Regel weniger Feuchtigkeit.
  4. Wasserbedarf bei gesundheitlichen Problemen
    Durchfall und chronische Nierenerkrankungen bringen erhöhte Wasserverluste mit sich, die es gezielt auzugleichen gilt.
  5. Natürliche Wasserquellen
    Bäche oder Teiche sollten nicht als Hauptwasserstellen für die Wasserversorgung genutzt werden. Grundsätzlich stellen diese Wasserquellen kein Problem dar, dennoch sollte zusätzlich frisches Wasser angeboten werden, da die Qualität von öffentlichen Gewässern nicht immer gewährleistet ist. Die Verschmutzung durch Algenbildung oder auch Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft können die Sicherheit der Wasserquellen beeinträchtigen. Auch durch steile Hänge oder schlammigen Boden können Pferde Schwierigkeiten beim Zutritt zur Wasserquelle haben.

Mehr als nur Wasser
Pferde erzielen die Kühlung ihres Körpers vor allem durch verstärktes Schwitzen. Heiße Temperaturen und erhöhte körperliche Leistung lassen den Elektrolytverlust durch verstärkte Schweißabsonderung ansteigen. Dieser Verlust kann sich durch schwache Leistung, Muskelprobleme wie „Tying up“ und Milchsäurebildung in den Muskeln äußern. Die regelmäßige Ergänzung von Elektrolyten gewährleistet einen ausbalancierten Mineralstoffhaushalt auch bei hoher Anstrengung während der Sommermonate.

(Quelle: Meyer und Coenen (2014): Pferdefütterung; KER)

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